Reisen nach Italien: Venedig
 
 

Venedig (Venezia) – Tipps und Tricks zwischen Rialto und Vaporetti

Venedig erkunden, Rialto bei Nacht, Karneval in Venedig, Basilica San Marco, der Dogenpalast,  Kultur in über 16 Kirchen, Palazzi und Vaporetti. Wer träumt nicht davon, einmal Venedig zu besuchen.

Bereits bei der Ankunft auf dem Flugplatz wird es spannend: wie komme ich denn nun nach Venedig: mit dem Wassertaxi, mit dem Bus oder wie sonst?

Hunderte von Bootsanbietern bringen einen nach Venedig direkt zum Piazza San Marco. Das kostet, selbst nach zähen Verhandlungen, noch einen stolzen Preis. Dabei fahren die Taxis meist nicht mal durch Venedig, sondern einmal außen rum. Vom Flugplatz geht´s ganz einfach mit dem Bus (Linie 5) für nicht mal 3 Euro direkt zum Piazzale Roma, von dort aus gelangt man mit dem Vaporetto, dem venezianischen Wasserbus, zu fast jeder Adresse. Und wer sich gleich ein wenig Zeit nehmen will, kann mit dem ganzen Gepäck via Linie 1 oder 2 den kompletten Canal Grande durchfahren und erhält einen ersten Eindruck von Venedig.

venedig rialto brücke

Um sich nicht dauernd mit Kleingeld und Kartenschaltern zu beschäftigen, empfiehlt es sich, bereits am Flugplatz das Hello Venezia Ticket zu kaufen. Für knapp 100 Euro kann man 3 Tage (oder genauer 72 Stunden von der ersten Entwertung an) lang Vaporetti und Bus fahren, hat bereits den Eintritt in 16 Kirchen, mehrere Paläste – auch den Dogenpalast sowie zahlreiche Museen beglichen. Ob man die Fahrt vom Flugplatz zum Piazzale Roma jedoch bereits zur Entwertung nutzen sollte, hängt davon ab, wie lange man insgesamt in Venedig zu verweilen gedenkt.

Der Karneval in Venedig ist etwas ganz besonderes und daher auch sehr berühmt. Die vielen und vor allem verschiedenen Masken, die man aufgrund der vielen Menschen, die sich besonders um den Markusplatz herum tummeln, finden kann, faszinieren den Besucher jedes Mal aufs Neue. Die Touristen findet man eher auf den großen und bekannten Plätzen, die Einheimischen halten sich lieber davon etwas abseits auf den zahlreichen Gässchen und Plätzen auf – dort spielt sich dann auch das ganz normale Leben der Venezianer ab und einen köstlichen café, eine latte macchiato oder einen cappuccino trinkt man auch besser dort. Egal ob Karneval oder nicht.

 

Schlangenbildung an den Highlights

Im Hochsommer ist Venedig voll. Lange Schlangen vor allen „wichtigen“ Gebäuden eignen sich nicht gerade, möglichst viel zu sehen. Auch die eher kurzen Öffnungszeiten, in der Regel von 9.30 bis 17.00 Uhr tragen nicht dazu bei, hier Entzerrung zu schaffen. Das Problem sind dabei die zahlreichen Tagesgäste, die mit den Booten gegen 10.00 Uhr eintreffen. Daher sollte man zusehen, die berühmtesten Stätten wie die Basilica San Marco oder den Dogenpalast (Palazzo Ducale) bereits gegen 9.00 Uhr zu besuchen, um diesem Trubel zu entkommen. Der heutige Palazzo wurde im gotischen Stil, vermutlich nach dem Entwurf von Filippo Calendario,  im 14. Jahrhundert begonnen und ersetzt den unter dem Dogen Sebastiano Ziani errichteten alten Palast. Nach mehreren Bränden wurde der Dogenpalast in den 1570er Jahren wieder in der ursprünglichen Form aufgebaut.

venedig dogenpalastvenezia dogenpalast

Unter den Kirchen ist die berühmteste die Basilica San Marco, welche von 976-1071 im byzantinischen Stil erbaut wurde und im 19. Jahrhundert restauriert wurde. Ihre heutige Form erhielt die Basilica während des Dogats von Domenico Contarini (1043-1071). Der Sage nach ruht hier der Leichnam des Evangelisten Markus, der 828 aus Alexandria hierher gebracht worden sein soll. Bei der Basilica sollte darauf geachtet, zuerst Rucksack oder Tasche abzugeben, denn man darf diese nicht mit reinnehmen und wird am Ende der Schlange dann freundlichst zur Abgabestelle geschickt, wodurch man sich nochmals anstellen muss.

 

Ca´d´Oro
Ein Muss ist im übrigen Casa d´Oro, ein gotischer Palazzo, den sich ein Prokurator aus der Familie Contarini im 15. Jahrhundert errichten ließ und dessen Name sich von der einstigen Vergoldung der Steinteile der Fassade ableitet. Die Öffnungszeiten am besten tags zuvor prüfen. Für die Casa d´Oro sollte man sich mind. 90 Minuten Zeit einplanen, denn allein der ebenerdige Bereich, zum Canal Grande hin geöffnet, bestickt mit seinen Mosaiken und viel Marmor.

casa doro marmorcasa d oro venezia

Wer dem Trubel ein wenig entgehen will, begibt sich nach Cannaregio, das nördlichste der Sestieri Venedigs. Neben dem Ghetto von Venedig, das ebenfalls ein absolutes Muss ist, sollte man auch die Kirchen Sant Alvise und Madonna dell ´Orto besuchen. Der berühmte Maler Tintoretto, dessen Bilder in ganz Venedig zu finden sind, liegt in der letzteren der beiden Kirchen begraben, in beiden Kirchen finden sich ganz erstaunliche Gemälde von Tintoretto.

Das Ghetto geht auf ein Dekret des Jahres 1516 zurück. Alle Juden wurden gezwungen, in diesem abgeschlossenen Gebiet zwischen dem Canale di Cannaregio und dem Rio di San Girolamo zu leben. Der Name "Ghetto" leitet sich von den ehemals dort ansässigen Kanonengießereien ab.

 


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