Sportwissen aktuell: Dehnen, Beweglichkeit, Stretching

 

 

 

Dehnen - ein paar Fakten

Zum Dehnen wird gerade viel Veröffentlicht, mit ganz unterschiedlichen Meinungen. Hier ein paar Fakten, die Jürgen Freiwald im Rahmen der Turnfestakademie beim Deutschen Turnfest in Leipzig zusammengestellt hat. Betrachtet werden: Dehnungswiderstand , Muskellänge, Muskeltonus, Optimierung der Regeneration, Muskelkater, Verletzungsprophylaxe, Optimierung der Bewegungen.

  • Dehnungswiderstand
    kurzfristiger Wirkungsbereich: senken des Dehnungswiderstands
    mittelfristiger Wirkungsbereich: Steigerung der individuellen Toleranz gegenüber Dehnungsreizen (der Sportler lässt eine höhere Dehnungsspannung zu)
    längerfristiger Wirkungsbereich: weitere Beweglichkeitserweiterungen, jedoch auch Erhöhung des Dehnungswiderstands
  • Muskellänge
    Die Länge des Muskels kann durch Dehnübungen nicht beeinträchtigt werden.
  • Muskeltonus
    Der Muskeltonus kann durch Dehnübungen nicht gesenkt werden. Bei einem gesunden Menschen ist die Muskulatur in entspannter Lage elektrisch nicht aktiv, erst bei Haltearbeit oder willkürlicher Anspannung.
  • Optimierung der Regeneration
    Dehnen hat, ebenso wenig wie das auslaufen, einen Einfluss auf den Laktat-Abbau. Statisches Dehnen behinderte tendenziell sogar den Laktat-Abbau (Freiwald 2001), da die Venen kurzzeitig abgepresst werden.

Muskelkater
Dehnungen können weder Muskelkater noch die mit dem Muskelkater zusammenhängenden metabolischen Veränderungen beeinflussen. Wenn Muskelkater eingetreten ist, können intensive Dehnungen den Muskelkater sogar verstärken (Smith et al, 1993; Wiemann & Kamphövner, 1995).

  • Verletzungsprophylaxe
    Es gibt keinen Nachweis, dass Dehnungen muskuläre Verletzungen verhindern können. Tendenziell zeigen die wissenschaftlichen Studien sogar eine Erhöhung des Verletzungsrisikos durch Dehnen (Poe et al, 2000; van Mechelen 1993 und 1992).
  • Optimierung der Bewegungen
    Eindeutig ist, dass Dehnungen vor sportlichen Leistungsanforderungen die Schnell- und Maximalkraftentwicklung der Muskulatur deutlich einschränken. So verlängern sich nach statischen Dehnungen bei Sprüngen die Bodenkontaktzeiten, die Sprunghöhe verringert sich und weitere leistungsrelevante Parameter verändern sich in leistungsnegativer Richtung (Henning & Podzielny, 1994; Künnemeier & Schmidtbleicher, 1997).

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Literatur:

Freiwald (2002). Dehntechniken auf dem Prüfstand. In: Deutscher Turnerbund. Deutsches Turnfest Leipzig 2002. S. 188-197.

thalia.de











   
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