Sportwissen aktuell: Reck - Felgunterschwung aus dem Stand

 

 

Theoretische Aspekte

Strukturgruppe: Felgbewegung

  • Alle Felgbewegungen weisen in der Hauptfunktionsphase 2 gemeinsame Aktionen auf:
    "fußwärtsgerichtete" Hüfstreckung mit Abbremsen zur translatorischen Impulsübertragung
  • Öffnung des Arm-Rumpf-Winkels (Armschub bzw. –druck) um sich von der Drehachse zu entfernen (Fortsetzung der fußwärtsgerichteten Translation)

Biomechanische Aspekte

  • Teilrotation rückwärts um KBA und feste Drehachse;
    Abschwungphase: Umwandlung von Lageenergie in Bewegungsenergie (Pendelschwung) bei leicht gebeugtem Bein-Rumpf-Winkel;
  • "Fußwärtsgerichtete" Hüftstreckung während der Aufschwungphase mit Annäherung des KSP an die Drehachse (Impulserhaltung);
    bei 180° blockieren der Hüftstreckung (Impulsübertragung); Entlastung der Griffstellen;
  • Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels;
    Rotationsumkehrung von Rückwärtsrotation zu Vorwärtsrotation noch während des Griffkontaktes;
  • lösen des Griffs mit völligem Strecken des Arm-Rumpf-Winkels;
    leicht überstreckter Körper dreht vorwärts um freie Drehachse in den Stand.
  • Hilfsfunktionsphase
    Aufschwingen des Schwungbeines (Rotation rückwärts);
    Abdruck mit Druckbein (Umwandlung von Lage in Bewegungsenergie; Erreichen der optimalen Ausgangsposition);
  • Hauptfunktionsphase
    Hüftstreckung (Annäherung des KSP an die Drehachse; Einleitung des translatorischen Abschnitts);
    abbremsen der Hüftstreckung (Impulsübertragung, Entlastung der Griffstellen);
    Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels (Entfernen des KSP von der Drehachse);
    Abwärtsbewegung der Beine und Griff lösen (Rotationsumkehr)

Lehrweg

  • Konditionelle Voraussetzungen
    Stemmkraft (Trizeps, vordere Muskelschlinge), Felgkraft (vordere und hintere Muskelschlinge, Schultergürtel), Beweglichkeit (Brustmuskulatur, WBS); Wechsel von „offenem“ zu „geschlossenem Schiffchen“
  • Koordinative Voraussetzungen
    Kennenlernen des Felghangsam niedrigen Reck
    2 Helfer heben Turner/in in den Felghang (Reckstange knapp oberhalb der Knie am Oberschenkel; gestreckte Arme, Kopf auf der Brust). Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter.
  • Aufschwingen und Pendeln im Felghang
    Schwung- und Druckbeineinsatz, so dass beide Oberschenkel etwa gleichzeitig an die Stange gedrückt werden können. In dieser Position hin und herpendeln.
    Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter.
  • Kennenlernen des Zeitpunktes für die Hüftstreckung (Felgbewegung)
    Schwung- und Druckbeineinsatz, so dass beide Oberschenkel etwa gleichzeitig an die Stange gedrückt werden können. In dieser Position hin und herpendeln. Die Helfer geben jeweils zum richtigen Zeitpunkt der Hüftstreckung ein verbales Signal.
    Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter.
  • dto. Der/die Turner/in gibt jeweils zum richtigen Zeitpunkt der Hüftstreckung ein verbales Signal. Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter.
  • Felgbewegung
    Schwung- und Druckbeineinsatz, so dass beide Oberschenkel etwa gleichzeitig an die Stange gedrückt werden können. In dieser Position hin und herpendeln. Zum vorher verbal geäußerten Zeitpunkt die Hüfte schnellkräftig strecken.
    Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter. Turner/in wird nach Hüftstreckung in der Überstreckung kurz gehalten und anschließend in den Stand getragen.
  • dto. ohne mehrfaches hin und herpendeln;
    Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter. Turner/in wird nach Hüftstreckung in der Überstreckung kurz gehalten und anschließend in den Stand getragen.
  • Felgunterschwung in den Stand
    Schwung- und Druckbeineinsatz, so dass beide Oberschenkel etwa gleichzeitig an die Stange gedrückt werden können. Hüftstreckung und Öffnen des Arm-Rumpf-Winkels, anschließend Landungsvorbereitung.
    Helfer: rechts/links mit einer Hand am Oberschenkel, mit der anderen Hand an der Schulter. Turner/in wird nach Hüftstreckung aus der Überstreckung in den Stand geführt.

Literaturhinweis:
Knirsch, Kurt (1997): Gerätturnen mit Mädchen und Frauen. Kirchentellinsfurt: Knirsch-Verlag.
Knirsch, Kurt (1996): Fundamentum des Gerätturnens. Sindelfingen: Röhm.
Lange, S. & Bischoff, K. (2009). Doppelstunde Turnen. Schorndorf: Hofmann.

Lange, S. (2015). Turnen in der Primarstufe. Schorndorf: Hofmann.

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