Sportwissen aktuell: Reck - Kippaufschwung volings vorwärts (Laufkippe)

 

 

Theoretische Aspekte

Strukturgruppe: Kippbewegung

  • Hüfstreckung mit Abbremsen zur translatorischen Impulsübertragung
  • Schließen des Arm-Rumpf-Winkels (Armschub bzw. –druck) um sich der Drehachse anzunähern (Fortsetzung der hüftwärtsgerichteten Translation)

Biomechanische Aspekte

  • Teilrotation des Körpers um eine feste Drehachse und die KBA;
    Übergang vom rotatorischen Anteil der Hauptfunktionsphase in einen leicht translatorischen Abschnitt zur KSP-Erhöhung
  • Pendelabschwung mit Erhöhung der Rotationsgeschwindigkeit (geringerer Abstand von KSP zu Drehachse unter Schwerkraftwirkung);
    Annäherung des KSP an die Drehachse durch Hüftstreckung (Drehimpulserhaltung);
  • Blockieren der Hüftstreckung zur Impulserhaltung (Entlastung der Hände!);
    bei Entlastung der Hände umgreifen (Vorwärtsdrehung).
  • Hilfsfunktionsphase
    Vorlaufen in die Aktivüberstreckung und anristen der Beine, zum Erreichen der optimalen Ausgangsposition.
  • Hauptfunktionsphase
    Hüftstreckung mit Blockieren zur Pendelverkürzung und Impulsübertragung mit Griifentlastung;
    Verkleinerung des ARW (Stemmen) um die Schultern über die Drehachse zu bringen.

Lehrweg

  • Konditionelle Voraussetzungen
    Haltekraft (Hand-, Unterarm-, Oberarm- und Schultermuskulatur), Streckkraft (ischiocrurale Muskulatur, Gesäßmuskel, langer Rückenstrecker, Stemmkraft Brust- und Schultermuskulatur), Mittelkörperspannung, Beweglichkeit (Oberschenkelrückseite)
    Koordinative Voraussetzungen
  • Kennenlernen des Kipphangs
    Turner/in steht am brusthohen Reck und wird von Hilfestellung (siehe unten) in den Kipphang gebracht, um diese Position zu erfühlen. Helfer: rechts/links sichern mit einer Hand am unteren Rücken und mit der anderen Hand an der Oberschenkel-Rückseite (tief).
  • Kennenlernen der Hüftstreckung im ruhigen Kipphang
    Aus dem Kipphang werden die Beine langsam an er Stange entlang geschoben, ohne sich von dieser zu entfernen (bis die Hüfte an der Stange angekommen ist). Helfer: rechts/links sichern mit einer Hand am unteren Rücken und mit der anderen Hand an der Oberschenkel-Rückseite (tief).
  • Kennenlernen des Zeitpunktes für die Hüftstreckung
    Turner/in steht am brusthohen Reck und wird von Hilfestellung (siehe unten) in den Kipphang gebracht. Die Helfer bringen den/die Turner/in in eine Pendelbewegung. Im richtigen Moment der Hüftstreckung erfolgt von außen ein akustisches Zeichen.
    Helfer: rechts/links sichern mit einer Hand an der Schulter (um Turner/in in Bewegung zu bringen) und mit der anderen Hand an der Oberschenkel-Rückseite.

    Turner/in steht am brusthohen Reck und wird von Hilfestellung (siehe unten) in den Kipphang gebracht. Die Helfer bringen den/die Turner/in in eine Pendelbewegung. Im richtigen Moment der Hüftstreckung erfolgt vom/von Turner/in ein akustisches Zeichen.
    Helfer: rechts/links sichern mit einer Hand an der Schulter (um Turner/in in Bewegung zu bringen) und mit der anderen Hand an der Oberschenkel-Rückseite.

    Turner/in steht am brusthohen Reck und wird von Hilfestellung (siehe unten) in den Kipphang gebracht. Die Helfer bringen den/die Turner/in in eine Pendelbewegung. Im richtigen Moment erfolgt vom/von der Turner/in die Hüftstreckung (zuerst langsam, dann explosiv).
    Helfer: rechts/links sichern mit einer Hand an der Schulter (um Turner/in in Bewegung zu bringen) und mit der anderen Hand an der Oberschenkel-Rückseite.
  • Kennenlernen der Auftaktbewegung (hier Vorlaufen in die Aktivüberstreckung)
    Turner/in steht am brusthohen Reck und soll mit 2-3 Schritten zu einer Markierung vor der Stange laufen (die soweit entfernt ist, dass der Arm-Rumpf-Winkel ganz geöffnet werden muss). Helfer: rechts/links unterstützen mit einer Hand an der Schulter.
    Turner/in steht am brusthohen Reck und soll mit 2-3 Schritten zu einer Markierung vor der Stange laufen (die soweit entfernt ist, dass der Arm-Rumpf-Winkel ganz geöffnet werden muss). Aus dieser Position die Beine schnellkräftig in Richtung Stange aufschwingen, die Beine müssen die Stange erreichen, bevor das Gesäß unter der Stange durch zurückschwingt. Im richtigen Moment (Kipp-Zeitpunkt) erfolgt vom/von der Turner/in die Hüftstreckung (zuerst langsam, dann explosiv).
    Helfer: rechts/links unterstützen mit einer Hand an der Schulter. Die andere Hand unterstützt die Aufschwungbewegung oder sichert ggf. die Schienbeine der Turner/innen (bremsen).
    Kopplung aller bisher erlernten Aktionen

    Turner/in steht am brusthohen Reck und soll mit 2-3 Schritten zu einer Markierung vor der Stange laufen (die soweit entfernt ist, dass der Arm-Rumpf-Winkel ganz geöffnet werden muss). Aus dieser Position die Beine schnellkräftig in Richtung Stange aufschwingen, die Beine müssen die Stange erreichen, bevor das Gesäß unter der Stange durch zurückschwingt. Im richtigen Moment (Kipp-Zeitpunkt) erfolgt vom/von der Turner/in eine explosive Hüftstreckung.
    Helfer: rechts/links unterstützen zunächst mit einer Hand an der Schulter (Unterstützung vorlaufen). Ab dem Zeitpunkt für die Kippbewegung unterstützen sie die Aufschwungbewegung der Beine (an Oberschenkel-Rückseite) und blockieren ein frühzeitiges Rückschwingen des Gesäßes (unterer Rücken). Anschließend unterstützen sie die Kippbewegung am untere Rücken und der Oberschenkel-Rückseite.
    Helfer: rechts/links unterstützen mit einer Hand an der Schulter.

 

Literaturhinweis:
Knirsch, Kurt (1997): Gerätturnen mit Mädchen und Frauen. Kirchentellinsfurt: Knirsch-Verlag.
Knirsch, Kurt (1996): Fundamentum des Gerätturnens. Sindelfingen: Röhm.
Lange, S. (2015). Turnen in der Primarstufe. Schorndorf: Hofmann.

Schulsport | http://www.fairplay-sporthandel.de/turngeraete/turnmatten.htm

thalia.de